Tipps zu Holzböden

Die schlimmsten Verlegefehler

  •  Der vorgeschriebene Wandabstand wird nicht eingehalten oder an einem Bauteil missachtet (z.B. Heizungsrohre).
  •  Dielen werden falsch verlegt und es wird mit dem Schlagholz oder dem Rest einer Diele gegen die Nutseite geschlagen.
  • Der Leim wird nicht an der richtigen Stelle oder nur punktuell aufgebracht oder vergessen
  • Es wird das falsche Verlegewerkzeug verwendet.
  • Die Prüfpflichten nach DIN 18356 werden nicht beachtet.

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Mögliche Problembereiche

Die häufigsten Reklamationsursachen sind Folgen des natürlichen Verhaltens von Holz: Schwinden und Quellen.

 Untertrocknung (Schwinden) – Folge: Fugen

 Zu hohe Feuchtigkeitsaufnahme (Quellen) – Folge: Verformungen und Beulungen

 Gekittete Stellen können sichtbare Veränderungen zeigen Aus den vorhin erwähnten grundsätzlichen Missachtungen resultieren vielfältige Fehler. Die meisten davon haben wir in der nachfolgenden Tabelle angeführt, wo auch Empfehlungen zur Vermeidung bzw. Behebung abgegeben werden:

Tipps bei gekitteten Ästen und Rissen bei rustikalen Sortierungen

Große Äste mit den damit verbundenen Astrissen, Endrisse und Flächenrisse sowie Holzeinschlüsse bezeugen die Wuchsgeschichte des Holzes und betonen die Natürlichkeit dieses wunderbaren Werkstoffs. Um die Gebrauchstauglichkeit zu erhöhen, werden diese Bereiche mit hohen Aufwand ist thermoplatischem Material gekittet. Es können kleinste Luftbläschen im ausgehärteten Kitt, kleine Asteinwüchse und Astrisse ohne Kitt vorkommen. Diese mindern jedoch in keinster Weise die Gebrauchstauglichkeit des Bodens und stellen somit keinen Mängel dar. Äste mit einem weicheren Kern sind für derartige Sortierungen typisch und stellen daher ebenso keinen Mangel dar. Soriterungen mit bewusst zugelassenen Rissen sind eher gefährdet, bei schlechtem Raumklima im Gebrauch nach längerer Zeit weiter zu reißen. Die Dielen verlassen das Werk infolge der mittlerweile vollautomatisierten Kittung ohne sichtbare Risse, nichtsdestotrotz stellt ein Riss eine Sollbruchstelle im natürlichen Holzfaserverbund dar, der je nach Raumklima weiterreißen kann. Hier obliegt es dem Endkunden für ein gutes Raumklima zu sorgen.

 

Weitere Fehlerquellen:

Holzrisse, Holzabschieferungen

Ursache: Dünn angeschliffene Markstrahlen, insbesondere bei Eichenholz, die durch Quelldruck bei der Parkettverleimung oder Lackierung aufgehen

Vermeidung: Nicht möglich, da materialbedingte Eigenschaft.

Schadensbehebung: Ausstemmen mit dem Stecheisen und Füllen mit Hartwachs oder Auswechseln der schadhaften Dielen

Trockenrisse

Ursache: Durch Spannung entstehende Risse bei der Trocknung; Die Trocknung beginnt im äußeren Bereich des Holzes, sodass dieses spröde wird. Innere Bereiche des Holzes sind elastisch, wodurch Zugspannungen entstehen. Das Holz neigt zur Krümmung nach innen, wodurch innen kleine Risse entstehen können.

Vermeidung: Weitgehend verhinderbar durch prozessorgesteuerte Trocknung, jedoch nie ganz auszuschließen, da wuchsbedingte Grundspannungen und unterschiedliche Eingangsfeuchten mit ursächlich sind

Schadensbehebung: Ausstemmen mit dem Stecheisen und Füllen mit Hartwachs oder Auswechseln der schadhaften Dielen.

Nachdunkeln

Ursache: Pigmentbildung durch UV-Strahlung des Sonnenlichtes, besonders bei hellen Hölzern

Vermeidung: Nicht möglich

Schadensbehebung: Werden Parkettböden, die nachgedunkelt sind, abgeschliffen, kommen die ursprünglichen frischen Holzfarben wieder zum Vorschein – mit der Lebendigkeit der frisch verlegten Ware.

Fugen

Ursache: Schwund durch Untertrocknung des Holzes bei zu trockener Raumluft, häufig auch Folge einer vorausgegangenen Aufquellung der Parketthölzer durch Restfeucht in Neubauten

Vermeidung: Einhaltung eines wohngesunden Raumklimas von 40 bis 60 % Luftfeuchte bei 18 bis 23 °C während der Heizperiode mithilfe eines Luftbefeuchtungsgerätes

Schadensbehebung: Intensive, geräteunterstützte Luftbefeuchtung

Schüsselungen (konkave Querverformungen bei Parkettdielen)

Ursache: Sich in den Elementen zeigende Spannung durch aufsteigende Diffusionsfeuchtigkeit aus der Deckenkonstruktion, die sich unter der Lackschicht konzentriert; insbesondere bei empfindlichen Holzarten wie Buche und Ahorn sehr gut erkennbar

Vermeidung: Bei Verlegung in Neubauten Verwendung einer 0,2 mm dicken PE-Folie unter der Trittschalldämmung zum Schutz vor Restfeuchtikeit

Schadensbehebung: Bei Restfeuchtigkeit in Neubauten verschwinden die Erscheinungen nach der 2. Heizperiode. Geringste optische Veränderungen, die bei Hölzern wie Buche und Ahorn auch während normaler hoher Luftfeuchtewerte in den Sommermonaten zu erkennen sind, sind eine natürliche Erscheinung.

Braune Flecken und Verfärbungen unter dem Lack in Eicheparkettböden

Ursache: Reaktion der Gerbsäure im Eichenholz mit Ammoniak aus Reinigungsmitteln, wie z.B. Fensterputzmittel oder Reaktion aufgrund von Urin eines Haustieres.

Vermeidung: Keine salmiak- und ammoniakhältigen Reinigungsmittel verwenden!

Schadensbehebung: Nur durch Abschleifen und Neuversiegeln möglich

Quer zu den Parketthölzern verlaufende dunkle Schattierungen

Ursache: Sogenannte Lagerflecken, verursacht durch Stapelleisten zwischen den Parkettrohfriesen und dadurch nicht genügend gleichmäßig erfolgte Ausdünstung von Holzinhaltsstoffen

Vermeidung: In der Trocknung nicht vollkommen vermeidbare Erscheinung; Sehr dunkle Lagerflecken werden in der Produktion aussortiert.

Schadensbehebung: Nicht erforderlich; Die dunklen Flecken verlieren sich durch Lichteinwirkung und Nachdunklung der helleren Stellen.

Beulen und Verwerfungen im Parkett

Ursache: Feuchtigkeitseinwirkung und / oder Fehlen von Dehnungsfugen

Vermeidung: Konsequente Einhaltung von Dehnungsfugen an allen Bauteilen, insbesondere auch an Heizungsrohren, Türschwellen, Türfuttern, Simsen oder Kaminen

Schadensbehebung: nachträgliches Schaffen solcher Dehnungsfugen durch Nachschneiden

Nut und Feder gehen zu stramm

Ursache: Produktionsfehler oder Verwendung und Einsatz falscher Werkzeuge; Die Federn werden durch den Einsatz des Zugeisens gestaucht oder ein zu kurzes Schlagholz wird benutzt.

Vermeidung: Sofern Verlegefehler vorhanden, fluchtgerecht verlegen

Schadenbehebung: Fugen mit Hartwachs füllen

Stirnseitige Keilfugen

Ursache: Entweder schmal werdende Dielenenden oder Verlegefehler; Verlegefehler liegen dann vor, wenn die Dielen längsseitig parallel nicht vollkommen geschlossen werden.

Vermeidung: Sorgfältiges Verlegen

Schadensbehebung: Fugen mit Hartwachs füllen